Produktionsprozess: von der Idee zum Web-based Training

Von der Idee bis hin zum fertigen Web-based Training (WBT) ist es ein spannender Weg. An der Fertigstellung sind viele Parteien beteiligt; darunter offensichtliche wie etwa der/die Auftraggeber:in , aber auch nicht ganz so offensichtliche wie Multimediaproduzent:innen, Profisprecher:innen, die Lernenden und Lektor:innen. Wann diese ins Spiel kommen und wie ein Projektablauf bei der Erstellung eines WBTs mit uns in der Regel aussieht, verraten wir hier.

somedia learning simone pauli

Autorin: Simone Pauli; Co-Geschäftsführerin und Mitinhaberin
Datum: 26. August 2025
Lesedauer: 3 Minuten

Ich möchte Wissen attraktiv online vermitteln

Viele Bildungsverantwortliche kommen durch Empfehlung auf uns zu oder weil sie bei ihrer Recherche auf unserer Website gelandet sind. Einige von ihnen haben bereits konkrete Vorstellungen zum digitalen Lernszenario, andere kontaktieren uns, um sich über verschiedene Möglichkeiten zu informieren.

In diesem Video sehen Sie den Projektablauf einer WBT-Produktion von A-Z – in Kürze.


Für alle, die mehr Details wollen: Weiterlesen!

Los geht’s

Sofern für das beschriebene Lernszenario eine digitale Wissensvermittlung über ein WBT oder ein anderes digitales Lernformat wie zum Beispiel Video Sinn macht, treffen wir uns zu einem unverbindlichen Gespräch.

Gemeinsames Treffen – es freut uns, Sie kennenzulernen

Beim ersten Treffen geht es darum, dass wir uns kennenlernen und erfahren, was «das Gegenüber macht». Ein zentraler Punkt des Gespräches ist die Bedarfsanalyse, in welcher wir verschiedene Fragen klären, z. B.:

  • Wie sieht die Bildungslandschaft des Unternehmens aus?
  • Welche Ziele sollen mit dem WBT erreicht werden?
  • Welche Inhalte sollen wem vermittelt werden?
  • Welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen müssen beachtet werden?

Anhand der Antworten besprechen wir verschiedene Möglichkeiten und entwickeln erste Ideen.

Dabei geben wir Einblicke in unser Projektportfolio, zeigen verschiedene Macharten von Lernmedien auf und erzählen mehr über die Vor- und Nachteile der einzelnen Lösungen.

Offerte – Wie viel kostet (m)ein WBT?

Das ist eine Frage, die uns ziemlich schnell gestellt wird. Und das völlig zu Recht, denn die Antwort darauf ist – wie bei den meisten Projekten –matchentscheidend. Leider gibt es darauf keine allgemeingültige Antwort, denn die Kosten hängen von mehreren Faktoren ab. So zum Beispiel vom Umfang der Inhalte, der Umsetzungsart, dem Interaktivitätsgrad, der Multimedialität oder der Mehrsprachigkeit.

Oft erstellen wir Offerten mit verschiedenen Varianten und führen die Kosten für einzelne Elemente wie etwa Video, Sprecher:in etc. separat auf. So kann sich jede:r das rauspicken, was er/sie braucht.

Teil der Offerte ist neben Rahmenbedingungen, Kosten und Zeitplan oft ein Grobkonzept, wie die Inhalte digital aufbereitet werden könnten. Sind die Rahmenbedingungen definiert und die Offerte unterschrieben, geht es los.

Nachdem wir alle Unterlagen (Texte, Bilder, Richtlinien zum CI/CD etc.) erhalten haben, erstellen wir daraus ein detailliertes Umsetzungs- sowie ein Gestaltungskonzept. Dieses beinhaltet Informationen zu:

  • Didaktik: Wir zeigen auf, wie wir die Inhalte in einen geeigneten Ablauf bringen. Wo spannen wir den roten Faden? Gibt es eine Geschichte, welche die Inhalte einrahmt? Welche Hilfestellungen geben wir den Lernenden?
  • Interaktionen: Ein grosser Mehrwert eines WBTs gegenüber einer PowerPoint-Präsentation sind die Interaktionsmöglichkeiten. Sie aktivieren die Lernenden und tragen so zum Lernerfolg bei. Wir machen uns Gedanken, wie die Lernenden optimal abgeholt werden. Sei das mit interaktiven Videos, durch Fragen, Perspektivenwechsel, anklickbaren Elementen, Spielen oder anderem.
  • Grafik: Nicht nur die didaktische Aufbereitung der Inhalte ist zentral, sondern auch die grafische. Für das Gestaltungskonzept inkl. Screendesign ist Livia De Notaristefano, unsere Multimediaspezialistin zuständig.


Feedback: Gefallen Ihnen unsere Ideen?
Das Umsetzungs- und Gestaltungskonzept besprechen wir in der Regel persönlich mit den Auftraggebenden. So können wir unsere Überlegungen begründen, auf Fragen eingehen und gemeinsam Verbesserungen vornehmen. Immer mit dem Ziel, die Lernenden zu motivieren und den Lernerfolg zu maximieren.

Das didaktische und visuelle Gerüst des WBT steht. Nun gilt es, diesem ein Gesicht zu verleihen. Daher folgt im nächsten Schritt der Prototyp. In diesem setzten wir einen Teil der Inhalte im neuen Look & Feel um.

Feedback: Passt der Prototyp?
Nun zeigt sich, ob sich unsere Vorstellungen mit jenen des Auftraggebenden decken. Wenn nicht, kann an diesem Punkt die Richtung ganz einfach geändert werden. Ansonsten geht’s weiter mit dem Drehbuch oder der Betaversion.

Gefällt der Prototyp, setzen wir alle Inhalte in diesem Stil um. Dabei gibt es zwei bewährte Vorgehensweisen:

  • Drehbuch-Umsetzung

Die Umsetzung aller Inhalte als Drehbuch ist ideal, wenn das Wording besonders sensibel und verbindlich ist – z. B. bei Compliance-Themen. Hier wird der Inhalt vorab Wort für Wort in einem Textdokument ausgearbeitet.

  • Klickbare Betaversion

In der Regel empfehlen wir den direkten Einstieg mit einer interaktiven Betaversion. Statt eines klassischen Text-Drehbuchs entsteht ein klickbares WBT inklusive aller Texte und Interaktionen. Um Mehraufwände zu vermeiden und die Kosten so tief wie möglich zu halten, sind in der Betaversion noch einige Platzhalter vorhanden: die Profistimme ist KI generiert, Illustrationen können u. U. noch Skizzen sein, für Echtbilder verwenden wir Platzhalter und es bestehen erst das Drehbuch und einige Illustrationen des Videos. Die Texte und Interaktionen hingegen sind alle aufbereitet und umgesetzt. So vermittelt die Version ein gutes Bild über die finale Version.

Feedback: Sind Sie einverstanden?
Das Feedback zu dieser Version ist – vor allem, wenn es um die Erstellung des ersten WBTs geht – extrem wichtig, denn hier wird ein Standard definiert. Der Auftraggebende gibt Feedback zum Aufbau, zur Flughöhe der Inhalte, zur Sprache, zu den geplanten Illustrationen, zu den umgesetzten Interaktionen etc. Wir schauen, welche Inhalte eingefügt werden müssen und welche getrost weggelassen werden können. Oft werden zu diesem Zeitpunkt auch zum ersten Mal Lernende für ein User Testing ins Boot geholt. D. h. einige künftige Lernende absolvieren das Lernprogramm und geben Rückmeldung zur Verständlichkeit der Inhalte, der Navigation undder Aufbereitung.

Anhand des Feedbacks zum Drehbuch oder zur Betaversion erstellen wir die Version 1.0. Das heisst wir pflegen alle Inputs zum Inhalt ein, lassen die Sprechertexte von einem Profi aufnehmen, zeichnen die Illustrationen, setzen die Videos um und schiessen Fotos. Zu guter Letzt machen unsere Autor:innen den finalen Check. Sie stellen sicher, dass Grammatik und Rechtschreibung korrekt sind, Begriffe konsistent verwendet werden und der Stil passt.

Feedback: Was können wir noch perfektionieren?
Auch zu dieser Version können Auftraggebende Feedback geben. In der Regel ist dieses Feedback weniger umfangreich als das Feedback zum Drehbuch resp. zur Betaversion und es müssen nur wenige Korrekturen vorgenommen werden.

Mit den Inputs zur Version 1.0 erstellen wir die finale Version des WBT. Je nach Vereinbarung stellen wir dem Kunden im Anschluss die Publikation, das SCORM-Paket und/oder die Rohdaten zur Verfügung.

Das WBT ist fertig und kann auf die Lernplattform gepackt und den Lernenden zur Verfügung gestellt werden!

Zugabe – Weil’s so schön war!

  • Sprachversionen: Die Sprache ist – gerade in der Schweiz – ein grosses Thema. Oft wird ein Lernprogramm in mehreren Sprachen zur Verfügung gestellt (wir haben auch schon ein Lernprogramm auf Chinesisch übersetzt!). Da die Inhalte bereits vorhanden sind, müssen lediglich die Texte übersetzt werden. Das übernimmt in der Regel der/die Auftraggeber:in, da firmeninterne Übersetzungsdienste sich mit dem fachspezifischen Wording auskennen. Anschliessend lassen wir die Profistimme aufnehmen und fügen die Übersetzungen ins WBT ein.
  • Workshops: Regelmässige Leser:innen unseres Blogs wissen, dass wir oft mit Articulate Storyline und Articulate Rise arbeiten, wenn es um die Erstellung von Lernprogrammen geht. Das 1×1 dieser Autorentools hat man sich schnell angeeignet und so führen wir nach Projektabschluss häufig Workshops durch, damit kleine Änderungen selbst vorgenommen werden können.

Fazit

Kennenlernen > Offerte > Umsetzungs- und Gestaltungskonzept > Prototyp > Drehbuch/Betaversion > Version 1.0 > Version 1.1 > Add-ons (z. B. Sprachversion, Workshops) – und viele Feedbackmöglichkeiten.

So kann der Projektablauf für die Erstellung eines WBTs aussehen. Es ist ein Prozess, an welchem nicht nur wir, sondern auch Profisprecher:innen, Lernende und allen voran der/die Auftraggeber:in beteiligt sind.

Wir stellen (fast) keinen standardisierten Content zur Verfügung, sondern entwickeln unternehmensspezifische, individuelle Lernlösungen. So stellen wir sicher, dass die Inhalte exakt zu Ihrer Unternehmenskultur, Ihren Prozessen und Ihren Lernzielen passen und dadurch einen echten, nachhaltigen Mehrwert für Ihre Mitarbeitenden schaffen. Die Entwicklung einer solchen Lösung braucht Zeit, im Schnitt ca. 3 Monate.

Das lohnt sich: Von qualitativ hochwertigen Aus- und Weiterbildungen profitiert ein Unternehmen doppelt: Es fördert seine Mitarbeitenden (und somit die Produktivität) und positioniert sich als attraktive:r, moderne:r Arbeitgeber:in. Ein grosser Pluspunkt im «War for Talents»!

Möchten Sie mehr über E-Learning und die Produktion von WBT erfahren?

Somedia Learning bietet Ihnen die Unterstützung genau da, wo Sie sie am meisten brauchen. Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, wie wir behilflich sein können bei ihrem nächsten E-Learning Projekt. Ich freue mich auf Ihne Kontaktaufnahme.

Simone Pauli

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