Mediendidaktik: fünf Tipps für ein besseres WBT

Dank Autorentools im Baukastensystem wie z. B. Articulate Rise ist die digitale Aufbereitung von Wissen als Web-based Training (WBT) so einfach und günstig wie nie zuvor. In nur drei Stunden ist man startklar – inklusive KI-Assistant und Übungen. Ein paar Klicks hier, ein bisschen KI dort und fertig ist das WBT! Ganz so einfach ist es nicht. Denn eines lässt sich (noch) nicht wegautomatisieren: gute Mediendidaktik. Die fünf Tipps in diesem Beitrag helfen, ein WBT so zu gestalten, dass es nicht nur technisch funktioniert, sondern auch Spass macht und den Lernerfolg steigert.

somedia learning simone pauli

Autorin: Simone Pauli; Co-Geschäftsführerin und Mitinhaberin
Datum: 20. August 2025
Lesedauer: 3 Minuten

Was ist Mediendidaktik und warum ist sie für E-Learning so wichtig?

Mediendidaktik ist die Wissenschaft und Praxis davon, wie man Lerninhalte mit digitalen Medien so gestaltet, dass sie verständlich, motivierend und wirksam sind. Sie verbindet Didaktik (Was soll gelernt werden?) mit Medieneinsatz (Wie wird es vermittelt?) – immer mit dem Ziel, Lernprozesse gezielt zu unterstützen.

Wer Wissen zu Mediendidaktik hat, kann Inhalte so aufbereiten, dass sie im Kopf der Zielgruppe bleiben und den Lernerfolg maximieren. Mediendidaktik ist das tägliche Brot unserer Autorinnen und Autoren.

Nachfolgende Tipps helfen Ihnen, Wissen mediendidaktisch sinnvoll aufzubereiten:

Tipp 1: Lernziele formulieren – so geben Sie Ihrem WBT eine klare Richtung

Ein WBT beginnt mit einem langen Einführungstext über die Entstehungsgeschichte des Unternehmens. Klingt informativ, ist aber aus didaktischer Sicht problematisch: Den Lernenden wird weder gesagt, was sie lernen sollen, noch warum es für sie relevant ist.

Ohne klare, gut formulierte Lernziele fehlt die Orientierung. Die Folge: Inhalte werden überflogen oder ignoriert, weil nicht ersichtlich ist, worauf man achten soll. Lernziele schaffen Fokus und machen transparent, was am Ende beherrscht werden soll. Wer ohne sie arbeitet, riskiert, dass Lernende nur durchklicken – aber nichts mitnehmen. Lernziele müssen übrigens nicht als langweilige Bulletpoint-Liste umgesetzt werden. Sie können auch kreativ und praxisnah in den Einstieg eingebaut werden!

👉 Beispiel aus einem WBT

Nicht nur für die Lernenden sind Lernziele wichtig, sondern auch für den/die Autor:in: Sie geben Orientierung bei der Strukturierung der Inhalte und helfen, das Wesentliche vom Nebensächlichen zu trennen. Lernziele bilden die Grundlage für sinnvolle Interaktionen, Übungen und Erfolgskontrollen.

Tipp 2: Gute Quizfragen für WBT – Lerninhalte richtig abfragen

Interaktive Elemente wie Quizfragen sollen das Gelernte festigen. Leider werden sie zu oft rein formal eingesetzt. Ein klassisches Beispiel: Die Frage «Was ist E-Learning?» mit Antwortmöglichkeiten wie «Elektronisches Tanzen» oder «Frühstücken im Büro».

Solche Ablenkungsoptionen sind nicht nur unrealistisch, sondern auch didaktisch wertlos. Sie provozieren ein müdes Lächeln (wenn überhaupt), aber kein echtes Nachdenken. Wirkungsvolle Fragen greifen zentrale Inhalte auf, fordern Transfer oder Anwendung und liefern durchdachtes Feedback.

👉 Mehr über den Einsatz von Fragen lesen Sie in diesem Blogbeitrag.

Beispiel aus einem WBT

Somedia Learning Portfolio AMAG Energy & Mobility 3

Tipp 3: Interaktive Inhalte gestalten – so nutzen Sie Autorentools richtig

Ein häufiger Fehler: Inhalte werden 1:1 aus bestehenden PDFs oder Präsentationen übernommen. In Articulate Rise oder einem anderen Tool werden diese dann zwar hübscher dargestellt – aber didaktisch bleibt alles beim Alten; der Text ist lang, zu fachlich, ohne visuelle oder inhaltliche Auflockerung. Die Lernenden müssen sich mühsam durch Textwüsten kämpfen, ohne Interaktion oder Orientierungshilfen.

Gute WBTs leben aber von Reduktion, Strukturierung und gezielter Aktivierung. Wer nur das Layout ändert, ändert noch lange nicht das Lernen!

👉 Inspiration, wie Sie Interaktivität in Ihre WBTs bringen, gibt’s hier.

Tipp 4: Struktur im E-Learning – ein roter Faden für mehr Orientierung

Ein gutes WBT sollte wie eine Reise aufgebaut sein, mit Ziel, Weg und Stationen. Wenn jedoch nach einer Einstiegsfolie direkt ein Video folgt, dann ein Zitat, danach eine Frage und schliesslich ein Link, ohne erkennbare Verbindung, verlieren Lernende schnell den Überblick – und die Lust.

Es fehlt ein roter Faden, der erklärt, wie die Inhalte zusammenhängen, die Story. Didaktik sorgt für Struktur, baut auf Vorwissen auf und leitet gezielt durch das Modul. Nutzen Sie einen sinnvollen Ablauf, erzählen Sie eine Geschichte und/oder arbeiten Sie mit wiederkehrenden Elementen wie Leitfiguren, Symbolen oder Kapitelübersichten.

So schaffen Sie Orientierung, motivieren zum Dranbleiben und machen aus Einzelinhalten ein ganzheitliches Lernerlebnis.

👉 Weiterlesen und mehr über Storytelling im E-Learning erfahren. 

Tipp 5: Theorie trifft Praxis – so stellen Sie den Lerntransfer sicher

Ein Modul zum Thema «Feedback geben» liefert eine schöne Theorie – von Ich-Botschaften bis Sandwich-Methode. Klingt gut, bleibt aber abstrakt.

Es fehlen konkrete Beispiele, wie solches Feedback in Alltagssituationen funktioniert. Oder Übungen, in denen die Lernenden selbst Formulierungen bewerten oder reflektieren können.

Ohne diese Brücke zur Praxis bleibt das Wissen abstrakt – und wird im Berufsalltag nicht umgesetzt.

👉 Weitere Beispiele finden Sie in unserem Portfolio.

Globus Verkaufsftraining: Screenshot Articulate Rise

Fazit: Mit Mediendidaktik zu besseren Lernergebnissen

Ein gutes WBT ist mehr als ein Autorentool und etwas Copy-Paste. Es braucht einen durchdachten Einstieg, ein stimmiges Ende, eine klare Geschichte, eine sinnvolle Struktur, gut formulierte Fragen, zielgruppengerechte Texte und noch einiges mehr. Klingt nach viel? Ist es auch.

Neben Wissen braucht es auch praktische Erfahrung. Aber keine Sorge: Mit etwas Übung, Neugier und einem klaren Ziel lässt sich all das Schritt für Schritt erlernen.

Wir begleiten Sie gerne auf Ihrer Lernreise: Unsere E-Learning-Spezialistinnen und Spezialisten haben einen prall gefüllten Rucksack und geben dieses Wissen gerne weiter. Ob in Workshops, in denen wir didaktisches Know-how vermitteln und gemeinsam ein WBT entwickeln, in Coachings, bei denen wir bestehende Module analysieren und gezielt optimieren oder in kostenlosen Webinaren, in denen Sie wertvolle Impulse für Ihre Praxis erhalten.

Wir leben E-Learning – und unterstützen Sie dort, wo Sie Hilfe benötigen!

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Simone Pauli

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