Carolin, ihr habt das Team von Somedia mit verschiedenen Formaten an das Thema E-Learning herangeführt. Wie habt ihr die Schulung aufgebaut und wer war daran beteiligt?
Wir haben die Schulung in drei aufeinander aufbauende Stufen gegliedert:
- Workshop zur Mediendidaktik
Zuerst schufen wir die theoretischen Grundlagen und entwickelten ein gemeinsames Verständnis für die Konzeption guter WBTs. - Schulung in Articulate Rise
Danach lernten die Teilnehmenden das Tool kennen und konnten erste eigene Inhalte umsetzen. - Coaching
Zum Abschluss klärten wir offene Fragen, tauschten Erfahrungen aus und unterstützten die Teilnehmenden bei der Weiterentwicklung ihrer WBTs.
Begleitet wurde die Schulung Simone Pauli und mir als Coaches. Teilgenommen haben Lisa und ihre Kolleginnen und Kollegen aus verschiedensten Unternehmensbereichen der Somedia AG.
Wie alles anfing
Ein zentrales Thema des E-Learnings sind die mediendidaktischen Aspekte. Es geht darum, dass die Teilnehmenden verstehen, worauf bei der Konzeption der Fokus gelegt werden muss. Wir nähern uns im Mediendidaktik-Workshop Schritt um Schritt an und entwickeln ein Konzept, welches anschliessend in Articulate Rise umgesetzt werden kann.
Simone, wie sah der Ablauf dieses Workshops mit Somedia AG aus?
Es kursieren viele Lernmythen. Als Einstieg versuchten wir einige gemeinsam zu entlarven und waren so schon mitten im Thema Lernen drin. Anschliessend haben Lisa und ihr Team in Zweiergruppen die Themen beschrieben, welche im WBT behandelt werden sollten. Für uns ist das jeweils eine super Grundlage, da wir die Mediendidaktik-Theorie gleich in die Praxis übernehmen können. Gemeinsam legten wir das Zeitbudget, die Zielgruppe, die gewünschte Performanz und die Lernziele zu jedem WBT fest. Erfahrungsgemäss ist es für die Teilnehmenden im Workshop am schwierigsten zu definieren, was die Performanz sein soll. Also was der Lernende nach Absolvieren des Kurses anders machen soll. Für das mediendidaktische Konzept ist diese Überlegung jedoch unumgänglich und wichtig für die Arbeit im Articulate Rise. Denn sie hilft – neben den klar definierten Lernzielen – bei der Auswahl der einzelnen interaktiven Lerninhalte.
Lisa, kannst du uns etwas genauer erzählen, welche Themen ihr im Workshop erarbeitet habt und für welche Zielgruppe ihr die geplanten WBTs erstellen wolltet?
Wir waren mit drei sehr unterschiedlichen Unternehmensbereichen vertreten, und jeder Bereich hat an einem eigenen konkreten Anwendungsfall gearbeitet: Die Redaktion entwickelte ein Onboarding für neue Mitarbeitende, die Promotion ein Onboarding für ihr CRM und ich arbeitete an einem WBT rund um unsere M365-Tools.
Eine gemeinsame Herausforderung war dabei, dass meine Zielgruppen sehr unterschiedliche Wissensstände mitbringen. Die Inhalte müssen für Einsteiger verständlich sein, gleichzeitig aber auch Mitarbeitenden mit mehr Erfahrung einen Mehrwert bieten.
Besonders wertvoll fand ich deshalb, wie uns Somedia Learning Schritt für Schritt dabei unterstützt hat, aus unseren ersten Ideen ein klares mediendidaktisches Konzept zu entwickeln. Dadurch haben wir nicht einfach Inhalte zusammengestellt, sondern uns sehr bewusst damit auseinandergesetzt, was unsere Zielgruppen tatsächlich brauchen und was sie nach dem Training konkret können sollen.
Du bist bei Somedia für strategische Projekte zuständig und bist dir die konzeptionelle Arbeit im Arbeitsalltag gewohnt. Wo hattest du das grösste Aha-Erlebnis bei der mediendidaktischen Konzeptarbeit?
Mein grösstes Aha-Erlebnis war die Frage nach dem gewünschten «Verhalten»: Entscheidend ist nicht nur, welches Wissen wir vermitteln, sondern was eine Person nach dem WBT konkret anders oder besser machen sollen.
Das klingt einfach, verändert aber die Herangehensweise an die Konzeption: Es wird klarer, welche Inhalte relevant sind, worauf verzichtet werden kann und welche Vermittlungsform sinnvoll ist. Diese konsequente Perspektive nehme ich aus dem Workshop mit.
Schon bald geht es an die Umsetzung
Nach der konzeptionellen mediendidaktischen Erarbeitung des WBTs ging es schon bald an die Arbeit im Articulate Rise. Doch vorher waren Überlegungen zum Thema roter Faden und Storytelling essenziell. Nur dank eines guten roten Fadens, der den Lernenden führt und einem gelungenen Storytelling bleibt der Lernende bis zum Schluss motiviert.
Lisa, was waren deine grössten Take Outs nach dem Workshop und wie hast du dich auf die Toolschulung mit Carolin vorbereitet?
Meine wichtigste Erkenntnis war: Der entscheidende Schritt erfolgt, bevor der Kurs in Articulate umgesetzt wird. Bevor ein WBT entsteht, muss klar sein, für wen es gedacht ist, welches Problem es lösen soll und was die Lernenden danach konkret können sollen. Erst dann ist die Umsetzung in einem Tool wie Articulate Rise sinnvoll.
Diese Punkte haben wir nochmals für alle Themen im Workshop präzisiert. So konnten wir in der Rise-Schulung direkt an unseren eigenen Ideen weiterarbeiten und das Gelernte unmittelbar anwenden. Diese Verbindung von Theorie und Praxis war für mich besonders hilfreich.
Vom Konzept zur Umsetzung
Der nächste grosse Meilenstein der Schulung war die Einführung in Articulate Rise. Nun sollte aus dem erarbeiteten Konzept das eigentliche WBT entstehen. Carolin Baur zeigte dem Team von Somedia AG, wie das Tool funktioniert, wie sich Inhalte erstellen und einfügen lassen und welche gestalterischen Möglichkeiten Rise bietet. Ergänzend gab Carolin den Teilnehmenden Tipps und Tricks aus ihrem Arbeitsalltag mit. Die Schulung war interaktiv aufgebaut: Die Teilnehmenden konnten direkt an ihren eigenen Projekten arbeiten und die Planung aus dem Mediendidaktik-Workshop in die Praxis umsetzen. So sammelten sie bereits während der Schulung erste Erfahrungen mit Articulate Rise.
Lisa, wie schnell hast du dich nach dem ersten Input von Carolin in den Funktionalitäten von Articulate Rise zurechtgefunden?
Die grundlegende Bedienung verstand ich bereits nach wenigen Minuten. Articulate Rise ist sehr intuitiv aufgebaut und erleichtert den Einstieg. Besonders hilfreich waren Carolins praktische Tipps und Tricks: Sie zeigte uns, wieviel Gestaltungsspielraum Rise bietet und wie sich die verschiedenen Elemente gezielt einsetzen lassen. So entsteht aus einem technisch funktionierenden WBT ein didaktisch und visuell überzeugendes, abwechslungsreiches Lernerlebnis. Diese Praxiserfahrung hätten wir uns allein nur mit deutlich mehr Aufwand aneignen können.
Aller Anfang ist … gar nicht so schwer
Lisa, wie ging das Projekt nach der Toolschulung weiter?
Nach der Toolschulung entwickelten die einzelnen Bereiche ihre WBTs selbstständig weiter. Besonders wertvoll war die anschliessende Coaching-Phase mit Simone. Da wir unsere ersten Entwürfe bereits weiterentwickelt hatten, konnten wir gezielt an konkreten Fragen arbeiten und unsere Konzepte und Umsetzungen gemeinsam optimieren.
Auch die Empfehlung von Somedia Learning, uns bereichsübergreifend gegenseitig Feedback zu geben, erwies sich als sehr hilfreich. Wir haben sie aufgegriffen und damit gute Erfahrungen gemacht. Inzwischen haben wir erste WBTs veröffentlicht; weitere befinden sich noch im Feinschliff.
Simone, was überrascht dich als Coach immer wieder, wenn du eine Firma beim Einstieg ins E-Learning begleitest?
Ich finde immer wieder faszinierend, wie steil die Lernkurve der Teilnehmenden ist. Lisa und ihr Team brachten bereits sehr gute erste kreative Entwürfe der WBTs ins Coaching mit und wir konnten konkret an diesen Beispielen offene Fragen klären – was sehr toll war. Ich finde das Ping-Pong zwischen uns Coaches und Teilnehmenden sehr wichtig. So entstehen sehr gute Resultate und die Teilnehmenden sammeln so bereits erste praktische Erfahrungen.
Lisa, jetzt seid ihr fit für die ersten E-Learning Projekte. Wie geht es für euch weiter und was habt ihr vor, mit dem Gelernten umzusetzen
Uns war wichtig, dass nach der Schulung nicht nur drei einzelne WBTs entstehen, sondern dass wir das erworbene Know-how künftig selbstständig für weitere Themen einsetzen können.
Da inzwischen mehrere Personen im Unternehmen über methodisches und technisches Grundwissen verfügen, können wir voneinander lernen, das bereichsübergreifende Feedback fortführen und die Qualität unserer WBTs gemeinsam weiterentwickeln.
Das ist für mich der schönste Effekt der Schulung: Wir haben nicht nur den Umgang mit einem Tool gelernt, sondern auch die Grundlage geschaffen, E-Learning künftig selbstständig und nach einem gemeinsamen Qualitätsverständnis weiterzuentwickeln.
Herzlichen Dank, Lisa, für das Interview und die tolle Zusammenarbeit.